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Die Isolette III gehört zu einer ganzen Gruppe von Mittelformat-Klappkameras der Firma Agfa. Wenn hier gerade die Isolette III empfohlen wird, dann deswegen, weil sie zu ihren Vorgängermodellen einen (nicht gekuppelten) Entfernungsmesser hat und unter einigen anderen Varianten auch mit dem außergewöhnlichen Solinar-Objektiv (75 mm, 1:3.5) in Kombination mit einem "Prontor SVS"- oder "Synchro-Compur MX(V)"-Verschluß ausgeliefert wurde. Bildsucher und Entfernungsmesser sind kombiniert, aber man muß die ermittelte Entfernung mit der Hand auf die Objektiv-Fokussierung übertragen, was immerhin eine Verbesserung gegenüber den Vorgängermodellen darstellt, bei denen die Entfernung ganz einfach geschätzt wird. Für den nordamerikanischen Markt wurde die Isolette III unter dem Label Ansco Speedex Special "R" vertrieben.
Nach der Isolette III wurden noch andere Klappkameras von Agfa hergestellt, von denen hier insbesondere die Super Isolette (in Nordamerika die ANSCO Super Speedex) erwähnt sei, die nun einen gekuppelten Entfernungsmesser besitzt und die einige für die ausgefeilteste Mittelformat-Klappkamera halten, die je hergestellt wurde.
Die oben vorgestellten Klappkameras sind für das 6x6-Format gebaut worden. Interessant ist auch die ebenfalls sehr hochwertige Record III mit Solinar für das 6x9-Panoramaformat, die aber in ähnlichen Objektiv-Verschluß-Kombinationen wie die Isolette auf den Markt gebracht wurde.
Zum Teil läßt weder die Benennung noch die ergänzende Serienbezeichnung (Isolette I, II, III, (Billy) Record II, III usw.) einen sicheren Rückschluß auf die Ausstattung und die Merkmale der Kamera zu. Hier nur einige Angaben zu den verbauten Objektiven und Verschlüssen, die in zahlreichen Kombinationen anzutreffen sind:
Bei den frühen Compur-Verschlüssen, sollte die schnellste Verschlußzeit eingestellt werden, bevor der Verschluß gespannt wird, da sonst der Verschluß beschädigt werden kann.
Gemäß Jurgen Kreckel, der viele alte Klappkameras repariert hat, sind die Prontors die zuverlässigsten Verschlüsse gefolgt vom Compur, dann Compur Rapid und am Ende (obwohl der aufwendigste der aufgezählten Verschlüsse) Synchro-Compur.
Auch die Synchro-Compur-Verschlüsse erreichen die 1/500 Sekunde nicht, obwohl man sie einstellen kann! Gemäß meiner eigenen Messungen schaffen sie tatsächlich nicht mehr als 1/350.
Persönlich gefällt mir das Solinar (75 mm, 1:3.5) sogar besser als das Xenar (75 mm, 1:3.5), das z.B. in den Rolleicords verbaut wurde. Wie es heißt, wurde das neu berechnete Solinar mit 75 mmm auch als direkte Konkurrenz zum Xenar von Schneider-Kreuznach und zum Tessar von Carl Zeiss entworfen und steht ihnen in nichts nach.
Der Balgen bedarf einer genaueren Prüfung. Gerade die erste Generation der Modelle Agfa Isolette II und Agfa Isolette III sind bekannt für ihre schlechten Balgen (hochglänzende Kunststoffbalgen von minderer Qualität). Bei ihnen muß er mit hoher Wahrscheinlichkeit getauscht werden. Weiterhin kann der Verschluß verharzt sein, so daß die langen Zeiten nicht stimmen. Bei den Modellen mit nicht-gekuppeltem Entfernungsmesser sollte die Entfernungseinstellung am Objektiv ohne sonderlichen Kraftaufwand möglich sein, auch wenn bei niedrigen Temperaturen die Mechanik ruhig etwas schwergängiger sein darf.
Gut erhalten kostet eine Agfa Isolette III mit 1:3.5 Solinar etwa 200 Euro.