Formateigenschaften
Gehäusetypen und Systemkameras
Das Mittelformat umfaßt mehrere Negativformate; eine Übersicht (im Vergleich zum Kleinbildformat) bietet die folgende Tabelle:
| Nennformat | Effektive Bildfläche | Faktor gegenüber Kleinbild |
Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Kleinbild | 24 x 36 mm | 1 | |
| 6 x 4,5 cm | 56 x 41,5 mm | 2,7 | häufig |
| 6 x 6 cm | 56 x 58 mm | 3,6 | häufig; das klassische Quadrat |
| 6 x 7 cm | 56 x 69,5 mm | 4,5 | häufig; "Königsformat" |
| 6 x 9 cm | selten | ||
| 4 x 4 cm | selten | ||
| 6 x 8 cm | selten | ||
| 6 x 12 cm | Panoramaformat | ||
| 6 x 17 cm | Panoramaformat | ||
| 6 x 24 cm | Panoramaformat |
Das Mittelformat bringt in erster Linie also eine größere Filmfläche mit sich, was ohne Qualitätsverlust (bei vergleichbarer optischer Leistung) größere Positive ermöglicht.
Da für alle diese Mittelformate Rollfilm 120 oder 220 verwendet wird, ergibt sich eine unterschiedliche Anzahl an Bildern pro Film (in der Tabelle zusammen mit der passenden Brennweite des Standardobjektivs):
| Nennformat | Bilder pro 120er-Rollfilm |
Brennweite des Standardobjektivs |
|---|---|---|
| 6 x 4,5 cm | 16 | 75 mm |
| 6 x 6 cm | 12 | 80 mm |
| 6 x 7 cm | 10 | 90 mm |
| 6 x 9 cm | 8 | 100 mm |
Da die Schärfentiefe z.B. bei einem 80 mm-Objektiv unabhängig vom Bildformat gleich ist, steht bei Mittelformataufnahmen grundsätzlich weniger Schärfentiefe zur Verfügung als bei vergleichbaren Kleinbildaufnahmen.
Sicher hat jeder unterschiedliche Ansprüche an die Qualität einer Aufnahme, aber wenn man Abzüge im Posterformat machen will, dann kann man das notwendige Auflösungsvermögen (gerechnet in Megapixeln) leicht nachvollziehen, wenn man weiß, daß Abzüge üblicherweise in einem Bereich von 150 bis 300 dpi ("dots per inch") ausbelichtet werden. Welchem Megapixeläquivalent nun Kleinbild oder Mittelformat entspricht, ist von dem verwendeten Film, der Entwicklung, dem Scan und dem Scanner, dem Objektiv und der Fähigkeit der Kamera (und des Menschen), exakt scharf zu stellen, abhängig. Als ganz grober Hinweis kann gelten, daß man auch mit einer nur durchschnittlichen Mittelformatkamera ca. 20 Megapixel an Auflösung zur Verfügung hat.
| Format | 150 dpi | 200 dpi | 300 dpi | benötigtes Auflösungsvermögen des Systems bei 200 dpi |
|---|---|---|---|---|
| 30 x 45 cm | 1771 x 2657 Pixel | 2362 x 3543 Pixel | 3543 x 5315 Pixel | 8,37 Megapixel |
| 40 x 60 cm | 2362 x 3543 Pixel | 3150 x 4724 Pixel | 4724 x 7087 Pixel | 14,88 Megapixel |
| 50 x 75 cm | 2953 x 4429 Pixel | 3937 x 5905 Pixel | 5905 x 8858 Pixel | 23,25 Megapixel |
Eine Ausbelichtung mit 200 dpi reicht in der Regel vollkommen aus. Wie man anhand der Tabelle ablesen kann, sind die Anforderungen an mehr als 200 dpi auch im Mittelformatbereich für Poster der angegebenen Größe nur schwer zu erfüllen, oder anders ausgedrückt:
Mit einer 6x6-Mittelformatausrüstung lassen sich noch Abzüge bis 60 x 60 cm ohne Qualitätsverlust realisieren.
Grob (und nicht wissenschaftlich fundiert) lassen sich im Mittelformat 4 verschiedene Typen unterscheiden:
Die im Mittelformat stark verbreiteten Systemkameras bieten neben dem Vorteil wechselbarer Objektive auch die Möglichkeit, den Sucher (Lichtschacht gegen Prismensucher), den Film und das Format (ev. digital) über austauschbare Magazine zu verändern. Ist der Wechsel auch mitten im Film möglich, spricht man von einem Magazin, ansonsten von einer bloßen Rückwand (über die aber eben z.B. ein Formatwechsel realisiert werden kann).
Die etwas seltsam anmutenden Zweiäugigen sind insbesondere mit dem Standardobjektiv sehr kompakt und haben keinen Spiegelschlag, wodurch es möglich ist, auch längere Zeiten aus der Hand zu schießen. Für sie gibt es in der Regel keine Magazine und nur selten austauschbare Rückwände für andere Formate; Mamiya hat jedoch zweiäugige Spiegelreflexkameras hergestellt, bei der man die Objektive wechseln kann. Zweiäugige sind auf dem Gebrauchtmarkt stark vertreten, so daß man für wenig Geld in den Genuß einer Mittelformatkamera kommen kann.